Fünftes Kapitel Tallin -Riga

Eigentlich muß es Narva -Riga heißen, denn dieser Ort liegt an der russischen Grenze. Wir fliegen am 18. Juni nach Tallin. Von dort mit dem Zug ins 230 km entfernte Narva, und dann zurückradeln. Vielleicht auch umgekehrt. In Tallin feiern wir dann Mittsommer. Nach 14 Tagen und 1000 km wollen wir von Riga aus zurückfliegen – so der Plan. Sollte dieser aufgehen, haben wir den nördlichen Teil bis Wittenberge fertig.
Die Flüge haben wir für je 150 Eus incl. Gepäck und Rad wieder bei Air Baltic gebucht, ja wir achten auf die Kartongröße.
In Tallin haben wir das Hotel St.Olav gebucht, zwei Nächte mit Frühstück 115 Eus.
Für den Hinflug werden wir wieder Karton`s nehmen. Da ist Matze der aktive, und hat auch schon den Transport am Sonntagmorgen zum Flughafen organisiert. Für den Rückflug nehemen wir Planen (Tarpe) mit, hat Dirk am Flughafen gesehen.

1. Tag Anreise nach Narva

Wir treffen uns um 7 Uhr in Tegel. Unser Kartontransporter Sören ist ebenfalls pünktlichzur Stelle. Am Air Baltic Schalter ist nicht viel los, also darf das Check Inn Girl unser Tourstartfoto machen. Das einpacken der Räder klappt reibungslos. Für die Radtaschen nehmen wir die Tüten aus dem vergangenen Jahr. Schnell noch die Räder zum Sperrgepäck, und ab zum – nein, nicht Bier trinken, sondern es gibt Frühstück. Als die Schlange zur Sicherheitskontrolle kleiner wird, wollen wir auch rein. Verzweifelt sucht Dirk die Bordkarten, o.k. wir müssen sie mit in den Radkarton geworfen haben !? Schnell zum Check Inn Fotografengirl, und neue Karten ausdrucken lassen. Die Räder passen ins Flugzeug, Matze und Dirk auch, Pünktlich geht es los, wir landen ebenso in Riga. Dort umsteigen, es verläuft wieder ohne Probleme, wir sitzten im Flieger und warten auf den Start. Dann alle wieder raus, die Ladeklappe schließt nicht richtig. Sind die Radkartons doch zu groß ? Eine Stunde Verzögerung, dann landen wir in Tallin. Wir bekommen unsere Räder, und dürfen die Kartons dort stehen lassen. Die Bordkarten finden wir nicht mehr. Wir erkundigen uns nach einer Verbindung Richtung Narva. Die Entscheidung fällt leicht, der Bus fährt gleich. Ein Hinweis, wir sollten das nächste mal eher da sein, ignorieren wir, wir wollen ja nicht nochmal mit dem Bus nach Narva. Für 26 Euro bringt uns der Bus in 3 Stunden nach Narva. Wir buchen unterwegs das Hotel „King“, 62 Euro mit Frühstück. Wir essen gleich im Restaurant Abendbrot, in Anlehnung an`s Nachbarland gibt es Soljanka und Schaschlyk. Wir spazieren noch kurz durch die Stadt. Am Denkmal des estnischen Schachspieler Paul Keres ist noch ein Platz frei. Dirk liefert sich ein Rennen mit einer kleinen Pummelfee, und gewinnt. Sie fängt an zu heulen, und kann sich nicht beruhigen. Hoffentlich gibt es da keine Folgeschäden. Es gibt noch ein Abschlußbier, inc einem netten Plausch mit Einheimischen. Da wir keinen Schlüssel für die Tür zum Hotel haben, übertreiben wir es nicht, und gehen pünktlich zurück. Wir werden schon erwartet und gehen ins Bett.

2. Tag Narva – Vihula 165 km

Da wir gestern nicht viel gemacht haben, wollen wir früh los. Um 7:30 Uhr aufstehen. Die Fußbodenheizung im Bad hat ca. 40 Grad, das Frühstück ist mager und dauert daher nicht lange. Um 9 Uhr sitzen wir auf dem Rad und erkunden nochmal Narva. Hier darf übrigens noch überall russisch gesprochen werden. Narva erhielt 1302, Dank seiner strategischen Lage, das Stadtrecht. Die Dänen verkauften das Gebiet danach an den Deutschen Orden,und kam später unter schwedische Herrschaft. Ähnlich erging es dem ganzen Land. Nur von 1918 bis 1940 war Estland selbstständig. Da die Stadt im 2. Weltkrieg fast völlig zerstört wurde, ist nur die Hermannsfeste sehenswert. Gegenüber befindet sich die Burg Ivangorod. Morgens, vom Süden aus, ein sehr schöner Anblick. Seit dem Beitritt Estlands zur EU befindet sich hier die europäische Außengrenze. Am Fluß entlang geht es Richtung Norden nach Jöessu, dem Badeort von Narva. Einige sowjetische Beobachtungsposten stehen am anderen Ufer. Ein paar Einkäufe und ein Blick auf die See müssen als erste Motivation reichen. Hier stehen einige sehr schöne Häuser. Leider fahren wir jetzt gegen den Wind, in Böen bis Stärke 7. In Toila gibt es nach 65 km Mittagessen, noch nicht ganz estnisch, aber gut. An einigen Stellen hat man einen perfekten Ausblick auf die Steilküste und das Meer. Über die “ Tonstadt “ Aseri und kleinere Dörfer erreichen wir kurz vor 20 Uhr die Industriestadt Kunda, Dank der Zementindustrie einst die schmutzigste Stadt Estlands. Es ist sauberer geworden, nur Hotels hat man trotzdem nicht gebaut. Wir bekommen in der scheinbar einzigen Kneipe im Ort kurz vor Ladenschluß noch ein Bier und eine Gulaschsuppe für zusammen schlappe 10 Euro. Ein Zelt wäre jetzt sinnvoll, hat aber nur das englische Pärchen, dass uns nach einem Supermarkt fragt. Also weiterradeln bis Vihula, einem ehemaligen Gutshof, der 1501 erstmals erwähnt wurde. Gut, dass die letzte Sanierung nicht lange zurückliegt, und in unseren „Stall“ ein paar nette Zimmer eingebaut wurden. Noch ein Schlummerbier an der Bar und ab in die Falle. Da es morgen regnen soll, entscheiden wir uns für ausschlafen.

3. Tag Vihula – Pudisoo 125 km

Der Wetterbericht enttäuscht uns nicht, es regnet wie aus Eimern. Kurz nach 9 Uhr schlendern wir zum Superfrühstück. Um 10 Uhr radeln wir los, es lockert auf, nur ein kleiner Schauer zwischendurch, aber der Wind bleibt. Die Nebenstrassen sind asphaltiert. Wir fahren zum Gutshof Sagadi, der ebenfalls renoviert wurde. Hier befindet sich auch ein Hotel mit Restaurant. Anschließend fahren wir durch den Nationalpark “ Lahemaa „, was soviel heißt wie Buchtenland. Der Weg ist fantastisch, die Rastplätze sind super gestaltet. Wegen des Windes kürzen wir ein Stück ab, fahren aber nach Käsmü, dem Dorf der Kapitäne. Um 1900 gab es hier eine Seemannsschule, hier überwinterten die Segelschiffe. Viele Familien wurden im 2. Weltkrieg nach Sibirien deportiert, viele flohen 1944 vor den heranziehenden Russen. Während der Sowjetzeit war es Sperrgebiet, welches 1992 wieder freigegeben wurde. Hinter einem großen Findling im Wasser sollen die Neugeborenen hervorgekommen sein, quasi der Klapperstorch der Ostsee. Aus Mangel an Gelegenheit muß ein Hot Dog zum Mittag reichen. Hätten wir gewußt, wann es wieder was gibt, wäre noch `ne heiße Katze und `n kalter Hund drin gewesen. In Aabla wurde uns ein super Restaurant versproche, leider vergebens. Auch die nächste Versprechung von Einheimischen bezüglich eines Quartiers wurden nicht erfüllt. Also 13 km zurückfahren, diesmal mit Rückenwind. Wir essen typisch estnisch – Pizza. Das Quartier ist sehr interesssant, ähnlich einer Jugendherberge der DDR. Es wohnen nur zwei Parteien hier, daher ist die Nasszelle auf dem Flur kein Problem. Wir gehen ins Bett, was will man sonst hier machen.

4. Tag Pudisoo – Tallin 67 km

Kurz vor 8 Uhr radeln wir los, Frühstück ist ja im Preis von 36 Euro für zwei Betten nicht drin. Ein kurzer Blick zurück bestätigt uns, wenn wir nicht gebucht hätten, wären wir hier definitiv nicht gelandet. In Kuusalu an der Tanke gibt`s Cappuccino und Sandwich. Für Dirk noch ein Stück Kuchen, für Matze eine kaputte Kamera. Der Wind hatte sie abstürzen lassen. Als wir weiterradeln entdecken wir, daß sich 5 km nachdem wir gestern umgekehrt sind, ein Hotel mit Gasthof befinden soll. Es ist ein kleiner Umweg, darum überprüfen wir die Angaben lieber nicht. Ein Stück noch durch den Nationalpark, vorbei an einem spektakulären Wasserfall kommen wir Tallin immer näher. Den Fernsehturm sehen wir schon, aber der liegt weit vor der Stadt. Vorbei am Hafen nähern wir uns der Altstadt. Nach fünf Kurven und drei Steigungen auf Kopfsteinpflaster erreichen wir unser Hotel “ St. Olov“. Der erste Eindruck ist gut, soll sich aber noch verschlechtern. Wir verwüsten dann das Zimmer und entdecken die Altstadt. Danach brauchen wir einen Einkaufstempel. Neben der Kamera ist auch Matzes Tacho kaputt. Wir fragen uns durch, fahren mit dem Bus und sind im Center. Die Kamera wird doch etwas besser als geplant, was sich natürlich auch im Preis niederschlägt. Diese sind denen in Deutschland aber ähnlich. Beim rausgehen finden wir noch einen Radladen, darin einen Tacho. Als wir Richtung Bus zurückschlendern endecken wir ein estnisches Restaurant, es schmeckt gut, aber nicht überragend, und muß man auch sagen, dass die estnische Küche von vielen Einflüssen geprägt wurde, russisch, dänisch, deutsch – alles irgendwie bekannt. Bier können sie übrigens sehr gut. Wir laufen Richtung Altstadt und machen weitere Erkundigungen, z.B. eine Sportsbar zum Fußball schauen und einen Brauereigasthof.

5. Tag Tallin 0 km

Mit dem ausschlafen klappt es nur bedingt, wir haben in unregelmäßigen Abständen Geräusche aus dem Zimmer über uns. Wir gehen zum mäßigen Frühstück, unterm Strich eines der wenigen Hotels, die wir nicht weiter empfehlen können. Der Frühstücksraum ist genau über unserem Zimmer, schnell ist auch der Lärm geortet. Wenn die Officetür zuschlägt, wackelt der zweite Flügel mächtig nach. Wir sprechen das Personal darauf an, es wird sofort ein Tuch dazwischen gelegt, was das Problem etwas eindämmt. Wir erkundigen uns nach einer Stadtführung durch die Altstadt. Über die Touristeninfo werden wir an ein Reisebüro vermittelt. Dort buchen wir bei „Reisiekspert“ für 30 Euro pro Person eine Rundfahrt außenrum um die Altstadt incl. eine Führung durch selbige. Als nächstes ist der Hafen dran. Dort baut man eine Partymeile auf, da ja morgen Mittsommer gefeiert werden soll. Am Imbiss gibt es erst Spieß, danach Schweinebraten mit Sauerkraut. So gestärkt erklimmen wir die St. Olav Kirche, dem norwegischen König Olav II. geweiht, der auch als Schutzpatron der Seefahrer gilt. Ein schöner Überblick entschädigt für die Strapazen. Der Wind bläst übrigens immer noch heftig. Wir schlendern über den Marktplatz, vorbei am Rathaus aus dem 13. Jahrhundert, der Apotheke, eine der ältesten in Europa und dem Cafe Maiasmokk, der frischen Kuchen verkauft. Beim Abendspaziergang entdecken wir das „Schnitzelhaus“ in dem wir aber keine Nahrung zu uns nehmen. In der Sportsbar gibt es Fußball Deutschland – Chile 1:1, und einige Sorten Bier. Danach gehen wir ins Bett, morgen ist ja große Mittsommerparty.

6. Tag Tallin 0km

Die Officetür weckt uns rechtzeitig, das Frühstück bleibt schlecht. Als die Kellnerin uns entdeckt, wird schnell wieder ein Tuch zwischen die Tür gelegt. O.k., man gibt sich Mühe, hat das eigentliche Problem aber nicht erkannt. Um 10:30 Uhr beginnt unsere Führung, wir beide und eine Reiseleiterin, und 2 Engländer incl. Reiseleiterin. Da die Engländer nicht kommen, machen wir eine private Führung mit unserer sehr netten Reiseleiterin, deren Namen wir leider nicht wissen.
Die Hauptstadt von Estland, in Deutschland unter dem Namen Reval bekannt, wurde 1219 vom dänischen König Waldemar II gegründet, was ihr den estnischen Namen „Taani linn“ – dänische Stadt einbrachte. Die deutschen Schwertbrüder verdrängten die Dänen, diese kehrten bald zurück. Die städtische Oberschicht blieb deutsch, ebenso wie die Amtssprache. Danach fiel die Stadt für 150 Jahre an Schweden, ehe Russland die Stadt einnahm. Zar Peter der Große verfolgte eine Russifizierungspolitik, der Einfluß der baltendeutschen Oberschicht wurde geschwächt. Im Befreiungskrieg 1918 bis 1920 errang Estland erstmals die Unabhängigkeit, welche durch den Hitler- Stalin- Pakt bedroht wurde. 1939 wurde das Territorium der Sowjetunion zugeschoben, ehe 1941 die Deutschen das Land besetzten. Im Herbst 1944 wurde das Land durch die Russen befreit, und nach 24 Jahren Unabhängigkeit als Estnische Sowjetrepublik eingerichtet. Nach dem Zusammenbruch der SU strebten gerade die baltischen Staaten nach Unabhängigkeit. Am 23.August 1989 erreichte dieser Wunsch seinen Höhepunkt, als über 2 Millionen eine 600 km lange Menschenkette zwischen Tallin, Riga und Vilnius bildeten. 2004 trat Estland der EU bei und wurde gleichzeitig NATO Mitglied.
Erstmal ging es mit dem Kleinbus raus aus der City zum Kadriorg Park. Hier stehen noch viele typisch russische Holzhäuser. Imposant auch der Zarenpalast. Wir fahren an der muschelförmigen Tribüne des estnischen Sängerfestes
vorbei. Hier haben über 15000 Sänger Platz, dazu natürlich noch einige tausend Zuschauer. Am Yachthafen vorbei, hier fanden die 1980 die Segelwettbewerbe der Olympischen Sommerspiele statt, erreichen wir wieder die mittelalterliche Altstadt, seit 1997 UNESCO Weltkulturerbe. Ein Großteil der Stadtmauern, mit seinen 26 von ehemals 40 Türmen, ist noch erhalten, incl. der „Dicken Margarethe“ mit Kanonenturm, einem der Stadttore.
Über die Altstadt erhebt sich der Domberg, bis 1877 eine eigene Stadt. Hier saß die Elite, und auch heute noch wird von hier aus regiert. Der „Lange Herrmann“ ist mit 50 Metern der höchste Turm der ehemaligen Burganlage. Die Domkirche aus Kalkstein enthält über 100 Wappenepitaphien estnischer Adliger. Gleich gegenüber die russisch- orthodoxe Alexander- Newski- Kathedrale. In der Altstadt entdecken wir, zu dem schon bekannten, eines der wenigen Jugendstilhäuser und das Schwarzhäupterhaus von Tallin, um einiges bescheidener als sein Pedant in Riga. Außerdem sollte man ruhig öfter einen Blick auf die „Hinterhöfe“ riskieren, es besteht die Gefahr, dass man hier noch ein nettes Kleinod findet. Außerhalb der Altstatd stehen noch sehr viele Holzhäuser, teilweise saniert.
Außerdem erfahren wir, dass die beste Mittsommernachtsparty im Freilichtmuseum „Rocca al Mare“ stattfinden soll.
Um 19 Uhr geht die Party los, also gegen 18 Uhr machen wir uns auf den Weg. Wir gehen noch außen an der Stadtmauer vorbei an einigen Gartengestaltungen. Bei dem herrlichen Wetter sehr schön anzuschauen. Der Bus bringt uns mit mehreren partywilligen Richtung Festplatz. Wir fragen uns durch, und ein hilfabereiter Einheimischer will uns hinbringen. Leider sind seine Ortskenntnisse nicht besser als unsere. Also mußte Dr. Google weiterhelfen. Ein bisschen abenteuerlich, aber wir erreichen unser Ziel und stellen fest, wir sind nicht die Einzigen. Ca. eine halbe Stunde anstehen plus 14 Euro Eintritt pro Person, und wir sind drin. Ein Bier haben wir uns erstmal verdient, die Preise sind o.k. Man nutzt die Möglichkeiten des Museums und hat an mehreren Stellen Lagerfeuer entfacht. Dazu Bühnen mit unterschiedlicher Musik, sowie Imbiss- und Getränkestände. Wir treffen unseren Schweinebraten und Schaschlykverkäufer von gestern wieder. Die Preise sind inflationär um 2 Euro pro Portion gestiegen ! Als die Musik einsetzt, ist die Tanzfläche sofort voll. Ein Stück weiter tanzt eine Folkloregruppe, bei der auch Jugendliche und Kinder mitmachen. Ein herrlicher Sonnenuntergang rundet diesen perfekten Tag ab. Obwohl hier mehrere tausend Menschen waren, haben wir nicht einen Polizisten gesehen. War auch nicht nötig, es war sehr friedlich und fröhlich. Wir verlassen schon vor dem Ende die Party, denn morgen soll es mal wieder auf`s Rad gehen.

7.Tag Tallin – Elbiku 143 km

Auch zum Frühstücksstart um 8 Uhr sind die Eier kalt, und der Kaffe nicht heiß. Wir hatten gestern schon die Taschen gepackt, konnten also um 9 Uhr zum Startfoto antreten. Eine französische Reisegruppe stand vorm Hotel, mußte also als Dekoration, und einer als Fotograf herhalten. Den Weg aus Tallin hatten wir schon Dank einiger Wegweiser gesehen. Durch den gestrigen Nationalfeiertag hängen überall noch die estnischen Fahnen an den Häusern. Ein schöner Radweg führt uns weiter. Einen im Reiseführer versprochener Leuchtturm finden wir nicht, also weiter nach Keila- Joa, einem Gutshof aus dem Jahr 1830. Viel gewundene Pfade, Pavillons und Skulpturen führen durch den Park mit „neuer Landgutarchitektur“. Außerdem ist hier ein „riesiger“ Wasserfall, 6 Meter hoch und 70 Meter breit. Ein kleiner Imbiss, und weiter geht`s. Knapp zwei Stunden später erreichen wir Paldiski, eine Hafenstadt, die 1718 durch Zar Peter I. gegründet wurde. Zu s`Sowjetzeiten Sperrgebiet, da hier Seestreitkräfte stationiert waren. Außerdem befand sich hier ein Bildungszentrum der U- Boot- Flotte, sowie ein Atomreaktor als Lehrkomplex. Ein Technopark ist am entstehen. Unser Interesse gilt aber der über 300 Jahre alten „Tavern Peetri Toll“. Hier arbeitet die ganze Familie mit, das Essen ist lecker, und die Wirtin sehr hilfsbereit. Leider müssen wir weiter, trotz des Regen, der wieder einsetzt. Die Ostsee sehen wir selten, Elche wieder mal gar nicht. Der Weg ist gut und führt uns zum Kloster Padise. Es gehörte dem Zisterzienser- Orden und stammt aus dem Jahr 1317. Das Kloster wurde zerstört, ist aber immernoch imposant. Gegenb 17 Uhr dann ein Hinweis auf ein Hotel. Warum nicht mal pünktlich Feierabend machen ? Aber der Plan geht mal wieder nicht auf. Das Hotel ist nicht besetzt. In Nova gibt es Abendbrot, wir wissen ja nicht, wie weit wir noch fahren dürfen. In dem Ort soll es mehrere Quartiere geben, trotz Hilfe der Bevölkerung finden wir nichts. Wir rufen einen Campingplatz an, eine Hütte für 140 Euro. Anschließend versorgen wir uns für den Rest des Abends. Die 20 km gehen wir entspannt an, bis wir kurz vorm Ziel ein kleines Campingdorf finden. Die Heimleiterin ist mit einer Gruppe Kindern beschäftigt, schickt aber ihren Helfer, der uns unser Quartier zeigt. Doppelstockbetten und eigenes Bad. Als wir das Zimmer verwüstet hatten, kam die Quartiermutter und brachte uns Bettwäsche. Wir machen noch einen Frühstückskaffe klar und erfahren , daß wir 25 Euro für das Häuschen bezahlen sollen ! Zusammen ! Dann widmen wir uns unserer Abendverpflegung.

8. Tag Elbiku – Käina 100 km

Um 8 Uhr sind wir beim Kaffe. Ein Stück Brot und eine Wurst plus lecker Frühstückskekse bringen uns auf Trapp. Die Kinder dürfen das Gelände säubern. Um 9 Uhr fahren wir bei Sonnenschein weiter. Noch gar nicht richtig in Tritt, kommt der Hinweis auf unser ursprüngliches Quartier. Es schaut gar nett aus, aber ich glaube, die 115 zusätzlichen Euro war es nicht wert. Am Strand machen wir noch ein Foto, zum baden ist es zu kalt. Vor 12 Uhr erreichen wir Haapsalu, das „Venedig des Nordens“. Der Ferienort des Zaren und der Aristokraten erhielt vor über 730 Jahren das Stadtrecht. Die Kathedrale bietet eine gute Akustik und einen sehr guten Ausblick. Der Bahnhof, heute Eisenbahnmuseum, hat einen 216 Meter langen ,überdachten Bahnsteig. Er wurde speziell für die Besuche der Zarenfamilie gebaut, deren Zug genau diese Länge hatte. Unterhalb der Bischofsburg gibt es ein zweites Frühstück, lecker Rührei mit Speck, danach ein großes Stück Kuchen. Hier buchen wir, sensationell um 12:15 Uhr, auch schon unser Nachtlager in Käina. Jetzt haben wir zwei Möglichkeiten für die Weiterfahrt. In der Vorplanung haben wir uns aber schon für die Variante über die Inseln Hiiumaa und Saaremaa entschieden. Schöne Radwege bringen uns zur Fähre. Die Ruine Lindenhof ist nicht zu übersehen. Der Wind bläst immernoch mächtig, im Hafen sind reichlich Wellen. Auf der Fähre holen wir uns ein Beruhigungsbier, war praktisch sehr gut, theoretisch aber nicht nötig. Wir radeln am Schloß Suuremöisa vorbei. Nach ca. 20 km erreichen wir unser Quartier. Wir entledigen uns unseres Gepäcks und erkundigen uns nach Möglichkeiten zum Abendessen. Da wir sowieso noch einen Bogen auf der Insel fahren müssen, erledigen wir das heute. Die versprochene Fasssauna gibt es nicht mehr, dafür aber ein super Restaurant „Ilus villem“. Etwas teurer, aber lecker. Das übliche Abendritual wird heute durch einen „Tatort“ ergänzt.

9. Tag Käina – Loona 114 km

Das „Lookese Hotell“ überrascht uns positiv, trotz sozialistischem Charme. Die Dame an der Rezeption ist sehr hilfsbereit. Sie präsentierte uns auch das Frühstück, das sehr gut war, aber Dank der Plasteteller nicht so lecker rüberkam. 9:15 Uhr fahren wir los. Kurz danach wieder ein riesieger Regenschauer, der uns in das Lalager einer ehemaligen Kaufhalle verschlägt. Einen Teil der Strecke kennen wir ja schon, es sind 24 km bis zur Fähre nach Saaremmaa, nach Bornholm die größte Ostseeinsel. Diese fährt erst um 12 Uhr, wir haben eine gute Stund Zeit. Wir trinken einen Cappuccino, dazu Kekse, und kurz vorm Start einen Burger, weil wir an Land nicht gleich wieder eine Pause machen wollten. Zu uns gesellte sich ein Berliner aus dem Rheinland. Sein erster „Seniorentripp“ führte ihn quer durch Europa, das Baltikum wollte er aber unbedingt mitnehmen. Er kannte sich hier etwas aus, empfahl uns die Steilküste von Panga. Auf den Tischen der Fähre waren Teile der Insellandkarte abgebildet, nett anzuschauen. Wir wollten zusammen radeln, aber unsere Reisegeschwindigkeiten waren doch recht unterschiedlich. Es regnet erstmal wieder, die Steilküste ist daher nur halbschön. Aber der Abstecher lohnt sich, auch wegen der großen Schaukel, die wir erstmal einer Belastungsprobe unterziehen. Als wir die Hauptroute erreichen, sehen wir wieder unseren Berliner, nicht zum letzten mal an diesem Tag. Der Regen läßt nach. An einem Konsum gibt es noch Stulle mit Elchsalami und Bier. Dabei beobachten wir eine Entenfamilie, bei der die Kücken erste Schwimmübungen in einer Pfütze machen.
Der Radweg entlang der Tagabucht ist perfekt. Super Weg und schöne Aussicht, dazu mittlerweile strahlender Sonnenschein. Wir erreichen kurz vor 20 uhr unseren ausgebauten Gutshof „Loona Moise“. Dort sitzt unser Rheinländer mit seiner Frau schon am Abendbrottisch. Er sagte ja, er kennt sich hier aus, hat also abgekürzt. Aber unsere Mehrkilometer waren sehr schön, wir bereuen keinen davon. Das Abendbrot ist lecker.

10. Tag Loona – Vahtraste 145 km

Das Frühstück ist gerade so o.k. Das Wetter umso besser, Sonne, 20 Grad, und Rückenwind. Um 9 Uhr geht`s los. Plötzlich auf der Straße ein großer Vogelschwarm. Ein Auto überholt uns, und scheucht das Federvieh auf. Wir können nicht sehen, warum der Schwarm ausgerechnet dort Rast gemacht hat. Gegen 11:30 sind wir in Kuressaare, bei uns besser als Arensburg bekannt. Diese vom Deutschen Orden 1380 errichtete Burg wurde für die Bischöfe von Ösel- Wiek errichtet, und gilt als besterhaltene Burganlage des Baltikum. Auch hier gibt es den „Langen Herrmann“, diesmal aber nur 29 Meter hoch. Prächtigen Holzgebäude sowie Holzvillen aus dem 18. Jahrhuntert sind zu besichtigen. Mit Blick auf die Burg genießen wir unser zweites Frühstück, Cappuccino mit Kuchen und Hering mit Bier. Nach 30 Km erreichen wir die Meteoritenkrater von Kaali. Der größte Krater hat einen Durchmesser von 110 Meter, giftgrünes Wasser, aber völlig ungefährlich. Wir essen gleich Mittag und „rasen“ die nächsten 43 km in etwas über zwei Stunden. Somit erreichen wir Orissaare. Hier bekommen wir ein Bier mit Seeblick und die übliche Abendversorgung. Wir fahren auf die Insel „Muhu“ über einen herrlichen Damm. Mit der tiefstehenden Sonne und Matze beinahe romantisch. Wir essen Abendbrot. Lecker, aber nicht dass, was wir bestellt hatten. Die Bedienung ist nett, Matze will heiraten. Wir radeln die letzten Kilometer zum Quartier. Im „Luscher und Maatiesen“ erwartet der Wirt scheinbar nicht nur uns. Ein Partyzelt mit Mucke, einige Tische im Garten und ein großer Grill lassen uns darauf schließen. Er bietet uns noch die Sauna an, wir lehnen aber ab. Die Party fällt aus, und wir ins Bett.

11. Tag Vahtraste – Pärnu 131 km

Da hier das Frühstück erst um 9 Uhr serviert wurde, haben wir abends noch das Picknickpaket gebucht. Beinahe hätten wir das Paket der anderen Frühaufsteher auch noch mitgenommen. Um 7 Uhr saßen wir bei Sonnenschein schon auf dem Rad. Das Wetter soll sich die nächsten zwei Tage halten. Nach 15 km erreichen wir die Fähre, hatten bis zur Abfahrt noch 45 Minuten Zeit. Also plündern wir das mäßige Stullenpaket, und haben nicht mal einen Kaffe dazu. Für 4,40 Euro (beide) kommen wir wieder auf`s Festland. Den Kaffe gab es auf der Fähre. Pünklich 9 Uhr erreichten wir wieder festen Boden. Da das Wetter gut ist, beschließen wir, uns um die Mittagszeit ein Quartier zu suchen, Strandnähe sollte es wenigstens sein. Die Umsetztung gestaltete sich sehr schwierig. In Seliste aßen wir Mittag, Soljanka und „Stroganoff“. Gut, aber kleine Portionen. Wir erkundigten uns nach einem Quartier und dem Strand. Eine Massenunterkunft hatte man hier, aber keinen Strand. Also weiter auf sehr guten Wegen. In der Nähe von Pootsi gibt es einen Aussichtspunkt über das Moor. Kurz danach ein Weihnachtsmanndorf. Wir müssen dann noch einige Kilometer bis Pärnu weiterfahren, sollten aber dafür noch entlohnt werden. Am Ortseingang gibt es ein „Hotelbuchungsbier“. Die Wahl fällt auf das „Kentuki Körts“ für 75 Euro mit Frühstück. Da es schon nach 16 Uhr ist, und das Wetter morgen so bleiben soll, nehmen wir zwei Nächte. Wir werfen schnell die Klamotten ins Zimmer und radeln zum Strand. Für zwei Stunden machen wir es uns noch gemütlich, Dirk ist Mann und geht ins Wasser. 16 Grad, da ist man schnell wieder draußen, um sich bei 17 Grad Luft wieder aufzuwärmen. In der Altstadt essen wir Abendbrot, und „erfahren“ diese dann noch mit den Rädern. Als Betthupferl gibt es noch Confed Cup Fußball mit einem Bier und Elfmeterschießen, danach ab ins Bett.

12 Tag Pärnu 25 km

Das Hotel macht von außen einen guten Eindruck, hält aber nicht ganz, was es verspricht. Die Fenster sind zur stark befahrenen Strasse, oder zum Hof, wo pünktlich um 8 Uhr die Beschallung einsetzt. Zwangsläufig machen wir uns fein und gehen zum Frühstück. Der erste Durchgang ist schon durch, uns bleiben nur die Reste. Einzig das Rührei sei hier zu loben, es sind noch richtige Eier. Der Marmeladentopf wurde erst auf Nachfrage aufgefüllt. Nicht gerade ein gelungener Start in den Tag, warum wir auch den gestrigen Hinweis beim Einchecken ignorieren, wir sollten heute das Zimmer wechseln. Das Personal sagte auch nichts mehr, also ab zum Strand. Dieser war gut gefüllt, das Wasser hatte sich gleich etwas zurückgezogen. Nach dem „Angrillen“ hatte auch Matze genug Hitze entwickelt, um sich mit in die Fluten zu stürzen. Heute haben wir auch schon 17 Grad Wassertemperatur. Dirk hat irgendwann genug von der Sonne und erkundet ein bisschen die City. Um 14 Uhr ist Matze auch so weit, Dirk kann jetzt sein zuvor erworbenes Wissen weitergeben. Wir essen Mittag und erkunden die schöne Altstadt. Wir starten in der Katharinenkirche gleich gegenüber. Das Rathaus und das Talliner Tor sind noch erwähnenswert. Der Stadtpark bietet viele Möglichkeiten für Aktivitäten jeder Art. Ein bisschen schlechtes Gewissen treibt uns dann doch zum Hotel zurück. Dort merkt Dirk, dass er sein Badetuch verloren hatte. Er radelt zurück in die Altstadt und findet den Finder. Freiwillig rückt er das gute Stück wieder raus. Unsere Ignoranz wurde vom Personal erwiedert, das Zimmer wurde nicht aufgeräumt. Also zurück in die City. Als wir am „Rannaa Stadion“ vorbeifahren, wehen dort die u.a. die UEFA Fahne. Nach einigem rumfragen und mit Hilfe der Kicker App finden wir herraus, 1. Europaleague Qualifikationsrunde Levadia Tallin gegen Cork City, wat ´n Kracher !!! Wir kaufen uns spontan 2 Tickets und essen am Stadion eine Riesenbratwurst mit Pommes. Das Spiel ist eher langweilig, dazu kommt, wir müssen sitzen und es gibt kein Bier. Die ca. 20 Cityfans machen ordentlich Stimmung, sie gewinnen auch 2:0. Ein Ordner im Stadion, dazu 5 Polizisten im und am Stadion sichern das Ganze ab. Heute spielt noch Deutschland im Confed Cup Halbfinale, wir entscheiden uns für die Zimmervariante, für den Fall, es gibt wieder Verlängerung. Dieser Zahn wurde schnell gezogen, wir müssen uns ranhalten, denn Getränke waren bis einschließlich Elfmeterschießen geordert. Zufrieden für einen gelungenen Tag schlafen wir ein.

13. Tag Pärnu – Klintis 107 km

Heute sind wir pünktlich beim Frühstück und dürfen die Kritik von gestern zurückziehen. Sehr lecker und abwechslungsreich. Um 9 Uhr ist Start bei 14 Grad und starker Bewölkung. Nun hatte aber Dirk`s Bremse auch den Geist aufgegeben, also einen Radladen suchen. Den ersten finden wir nicht, der zweite konnte soweit helfen, daß es weiterfahren konnte. Als wir durch Uulu fahren, beginnt es zu regnen. das wird hier nur erwähnt, weil der Ortsname so geil ist ! Trotzdem bleibt der Regen. Nach 75 km, gegen 14 Uhr überqueren wir die Grenze nach Lettland. Gleich dahinter ein Restaurant mit Hotel. Davor stehen 6 Räder, die Fahrer dazu haben sich auch vor dem Regen versteckt. Ein kurzer Plausch, sie wollen los, wir wollen trocknen und essen. Beides gelingt gut, zwei kleine Pfützen lassen unsere Jacken zur Erinnerung zurück. Wir radeln weiter, teilweise auf der Europastrasse. Hier ist der Spassfaktor besonders groß – Regen und große, schnelle Autos. Zwischendurch hatten wir einen Radweg neben der Strasse. Daß wir zu diesem Zeitpunkt schon den Originalweg verlassen haben, merken wir erst morgen. Am Wegesrand stehen dann zwei Radler. Wir halten an, sprechen alle deutsch und radeln dann zusammen weiter. Wir verlassen die „Autobahn“ und finden einen schönen Weg direkt entlang der Küste. Immer wieder kleine und große Schauer sprengen unsere neue Tourgruppe wieder. Dann finden wir den Campingplatz „Klintis“, unsere Tourteilnehmer sind schon da. Uns wird eine Hütte für 4 Personen angeboten, der Preis richtet sich heute wahrscheinlich nach dem Wetter 70 Euro ohne Frühstück. Wir einigen uns schnell,da sich auch ein Restaurant auf dem Gelände befindet, also Feierabend für heute. Beim verteilen der Betten stellen wir uns erstmal vor – Regina und Matthias aus Beelitz. Quasi auch Berliner. Die beiden fahren schon längere Zeit an der Ostseeküste entlang. Hinter unserer Hütte campt ein Paar aus Zwickau. Wir treffen uns zum Abendbrot und haben viel Spass. Irgendwann macht der Kellner Feierabend, seine Vertretung hält auch nicht mehr sehr lange durch. Da es morgen ja kein Frühstück gibt, legen wir uns zur Ruhe.

14. Tag Klintis – Riga 147 km

Um 8 Uhr sitzen wir auf dem Rad. Der Zwickauer macht noch ein Foto. Wir knabbern schon mal ein paar Kekse, man kann ja nie wissen ! Der Sandweg ist relativ gut befahrbar, wird dann zum Trampelpfad, und endet am Strand – Bingo. Unsere gestrigen Tourteilnehmern senden wir schnell noch eine Nachricht. Uns verschlägt es dann doch wieder auf die „Autobahn“. So ohne Frühstück macht es dann doppelt Spass, aber Dirk wollte ja ein bisschen Abenteuer. Um 11 Uhr dann in Limbazi die ersehnte Erstverpflegung. Hier haben wir dann auch wieder unseren Originalradweg gefunden. Wir nehmen noch ein paar Getränke mit, und testen weiterhin unsere Regenkleidung, die mittlerweile auch nicht mehr ihre Funktion erfüllt. Aber wir haben ruhige Landstrassen. Nach 80 km in Ragana finden wir ein SB Restaurant. Sehr lecker, und fast nur deutsch sprechende Gäste. Gut, daß wir es zeitig merken, wir mußten natürlich über die Grauen lästern. Hier buchen wir unser Quartier in Riga, das Hotel „Monika“. Wir haben die Nase voll und verlassen wieder unseren Radweg, wählen die kürzere Variante nach Riga. Bei dem Wetter will man eh keine Sehenswürdigkeit mehr sehen. Natürlich kommen wir wieder auf die Autobahn, diesmal aber mit drei Meter breitem Randstreifen. Im strömenden Regen erreichen wir dann unser Ziel Riga – der Nordteil unserer Tour ist somit abgeschlossen. Im Hotel angekommen soll Dirk das Anmeldeformular ausfüllen. Mit einem flehgenden Blick, und dem Hinweis auf seine tropfenden Klamotten ist die Rezeption damit zufrieden, daß wir erstmal bezahlen. Nach der Dusche, und in trockenen Sachen fühlen wir uns wieder wie Menschen. Gleich um die Ecke finden wir das Restaurant „Lidojosa Varde“, was soviel wie „Fliegender Frosch“ bedeutet. Hier essen wir Lettische Rippchen – echt lecker. Zum Abschluß gibt es noch einen Baltischen Kräuter – Balzam heißt er hier. Vergleichbar mit Underberg, also nur zu empfehlen, wenn es wirklich weh tut.

15. Tag Riga und Heimreise 20km

Das Frühstück ist oberlecker, wird aber nicht unnötig ausgedehnt, denn wir wollen noch nach Jurmala. Der Badeort hat ca. 30 km Strand, und ist seit 1838 Kurort. Wir radeln zum Hauptbahnhof, holen uns zwei Tickets und fahren mit der hiesigen Eisenbahn dorthin. Hin- und Rückfahrt schlagen mit 2,73 p.P. mächtig ins Kontor und dauert 30 Minuten. Dort angekommen schlendern wir zum Strand, bewundern einige alte und neue Häuser und trinken am „Wahrzeichen“ ein Bier mit Blick auf`s Meer. Dieses Badehaus steht übrigens zum Verkauf. Natürlich mischt sich jetzt Freude mit Wehmut. Sicherlich werden wir diese Länder noch mal besuchen. Die Eisenbahn bringt uns wieder in die City, die Räder uns zum Hotel, und anschließend zum Flughafen. Einchecken gelingt uns ohne Probleme, die Bordkarten nimmt Matze. 18:20 startet der Flieger und setzt uns pünktlich in Tegel ab.

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